Erasmus-Projekt am GBG 2025/2026 – Wie wars?

Auch in diesem Schuljahr hieß das GBG im Rahmen des „Erasmus+“-Programmes Schüler*innen aus aller Herren Länder willkommen. BB hat zwei von ihnen zu ihren Eindrücken befragt.

Los geht’s mit Carina aus Rumänien:

BB: Was hat dich dazu gebracht, am Erasmus-Programm teilzunehmen? War es das Thema, das Land oder die Menschen?
Carina: Ich habe mich hauptsächlich für die Teilnahme am Erasmus-Programm entschieden, weil ich ein anderes Bildungssystem kennenlernen und meine Komfortzone verlassen wollte. Deutschland hat mich wegen seines starken Bildungssystems sehr interessiert,
aber ich habe mich auch darauf gefreut, neue Menschen aus verschiedenen Kulturen kennenzulernen und durch Zusammenarbeit zu lernen nicht nur durch Theorie.


BB: Was hast du aus dieser Erfahrung mitgenommen, das dir im Alltag oder für deine Zukunftsziele nützlich ist?
Carina: Diese Erfahrung hat mir geholfen, selbstständiger, anpassungsfähiger und sicherer in der Kommunikation auf Deutsch zu werden. Außerdem habe ich meine Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenz verbessert, was sowohl im Alltag als auch für meine zukünftigen akademischen und beruflichen Ziele sehr hilfreich ist.


BB: Über welches Projekt wurdest du informiert oder an welchem Projekt hast du gearbeitet?
Carina: Während des Erasmus-Programms haben wir an einem Video über die internationale Partei gearbeitet, die an der Schule stattgefunden hat. Das war eine großartige Gelegenheit, mit unseren Mitschülerinnen und Mitschülern ins Gespräch zu kommen,
gemeinsam zu arbeiten und unsere Fähigkeiten im Videoschnitt zu verbessern, während wir zusammen Material mit Momenten und Interviews von diesem Abend gesammelt haben.


BB: Was war dein erster Eindruck von unserer Schule?
C: Mein erster Eindruck von eurer Schule war sehr positiv. Die Atmosphäre war einladend und gut organisiert, und sowohl die Lehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler waren offen, unterstützend und bemüht, uns vom ersten Tag an einzubeziehen.
Außerdem hatte das Gebäude ein modernes Erscheinungsbild, was für uns rumänische Schülerinnen und Schüler eine angenehme Überraschung war, da wir in einem alten historischen Gebäude lernen.


BB: Was war der größte Unterschied zwischen dem Leben in Deutschland und deinem Leben in Rumänien?
Carina: Der größte Unterschied, den ich bemerkt habe, war das hohe Maß an Organisation und Pünktlichkeit im Alltag. Alles wirkt sehr gut strukturiert, und die Menschen halten sich strikt an Zeitpläne, was im Vergleich zu meinem Leben in Rumänien eine interessante Veränderung war.


BB: Wie würdest du das deutsche Bildungssystem mit dem rumänischen vergleichen?
Carina: Deutsche Schulen legen mehr Wert auf praxisnahes Lernen, Diskussionen und die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler, während rumänische Schulen eher theorieorientiert sind. Besonders gefallen hat mir der Fokus auf kritisches Denken und offenem Austausch in den deutschen Klassenräumen.


BB: Was war die größte Herausforderung während deines kurzen Aufenthalts in Deutschland?
Carina: Die größte Herausforderung war es, sich in kurzer Zeit an eine neue Umgebung anzupassen, insbesondere an andere Routinen und Erwartungen. Diese Herausforderung hat mir jedoch geholfen, flexibler und offener zu werden.


BB: Würdest du noch einmal an Erasmus teilnehmen? Warum oder warum nicht?
C: Ja, ich würde definitiv noch einmal am Erasmus-Programm teilnehmen. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, über den Unterricht hinaus zu lernen, neue Kulturen kennenzulernen und sich persönlich weiterzuentwickeln, während man bedeutungsvolle internationale Kontakte knüpft.

Als nächstes kommt ein 18-jähriger Austausschüler aus Norwegen zu Wort:

BB: Wie lange warst du in Deutschland?

„Ich war eine Woche hier, um mein Deutsch zu verbessern und das Leben in Deutschland kennenzulernen.“

BB: Was sind die größten Unterschiede zwischen deiner Schule in Norwegen und unserer Schule in Deutschland?

„Der größte Unterschied sind definitiv die Altersunterschiede. In meiner Schule sind die Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 19 Jahre alt, manchmal auch 20 oder 21. Hier in Deutschland sehe ich auch viele jüngere Kinder, was für mich ungewohnt ist. Welche Schulform besuchst du in Norwegen? Ich besuche eine Schule, die mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar ist. Dort macht man nach der 13. Klasse seinen Abschluss und beginnt danach zu studieren.“

BB: Hattest du vor deiner Reise nach Deutschland bestimmte Erwartungen oder Stereotype?

„Eigentlich nicht. Ich bin nicht mit vielen Erwartungen gekommen, sondern vor allem, um mein Deutsch zu üben.“

BB: Welche typischen Stereotype über Deutsche kennst du?

„Man sagt oft, dass Deutsche sehr streng mit Regeln sind und nicht besonders viel Humor haben. Aber ich wusste, dass das nur Stereotype sind und habe das hier nicht wirklich so erlebt.“

BB: Was war dein erster Eindruck von Deutschland?

„Mich hat vor allem überrascht, wie städtisch alles ist. Ich komme aus einer kleinen Stadt mit etwa 13.000 Einwohnern, deshalb wirkt eine Stadt wie Hannover auf mich sehr groß.“

BB: Was hat dich an Deutschland am meisten überrascht?

„Die Größe der Städte. In meiner Heimat bestehen die Stadtzentren oft aus kleinen Häusern mit ein oder zwei Stockwerken. Hier gibt es viele größere Gebäude und deutlich mehr Menschen.“

BB: Kannst du dir vorstellen, Deutschland noch einmal zu besuchen?

„Ja, definitiv. Ich würde sehr gerne wiederkommen.“

BB: Was würde deutsche Jugendliche deiner Meinung nach am meisten an Norwegen überraschen?

„Viele wären wahrscheinlich überrascht, wie zurückhaltend wir im Alltag sind. Zum Beispiel setzt man sich im Bus normalerweise nicht neben fremde Menschen und spricht sie auch nicht an.“

BB: Dir sind also kulturelle Unterschiede im Alltag aufgefallen?

„Ja, vor allem in Großstädten. Man sieht hier viel mehr unterschiedliche Stile und Menschen auf der Straße, das ist in meiner Heimat eher selten. Bestimmte Frisuren oder Kleidungsstile würde ich in meiner kleinen Stadt kaum sehen, vielleicht eher in größeren Städten in Norwegen.“

Aber natürlich sollen auch Schüler*innen des GBG zu Wort kommen und von ihren Aufenthalten in den Gastländern berichten! Enrico zum Beispiel berichtet vom spanieschen Schulalltag:

„Schon am ersten Tag haben wir gemerkt, dass die Schule hier ziemlich anders ist, als in Deutschland. Sie besteht aus 70 Schülern und zwölf Lehrern, welche uns alle sehr nett begrüßt haben. Da es eine bilinguale Schule ist, werden manche Fächer sogar in Englisch unterrichtet. In unserem Jahrgang waren das Sport und Mathe. Auf dieser Schule gibt es vier Jahrgänge. Jeder besteht nur aus einer Klasse. Daher sind in unserer Klasse/Jahrgang nur 14 Schüler. In einem Kurs sind manchmal nur vier Schüler. An dieser Schule kann man viel wählen und die Fächer sind auch anders als bei uns. Es gibt Fächer wie: Technik, Robotik, Digitalisierung, Kultur, Wirtschaft und Physik und Chemie werden zusammen unterrichtet. Jedes Fach hat man 1 Stunde = 55 Minuten. Es gibt eine Pause, welche man nach drei Fächern hat. Diese geht 30 Minuten und muss draußen verbracht werden. Der Tag beginnt um 8:30 und endet um 14:30. was wir manchmal anstrengend fanden ist, dass man jedes Fach mindestens 2x hat und teilweise auch 4x. Wenn man ein Fach nicht mag, kann das ziemlich schlimm sein. Aber insgesamt waren alle an der Schule sehr nett zu uns und viele Lehrer haben uns die Aufgaben auf Englisch gegeben. Man hat auf jeden Fall gemerkt, dass es für die Schule und die Schüler besonders ist, wenn Schüler aus anderen Ländern komme. Wir haben sehr viel mit der Schule unternommen und
Feiertage auch an der Schule gefeiert. Gerade für die jüngeren Schüler war es besonders. Sie sind oft zu uns gekommen und haben uns einzelne deutsche Wörter gesagt. Ich denke aber der größte Unterschied für uns war im Unterricht. Denn hier werden die Lehrer mit beim Vornamen angesprochen und man meldet sich nicht, sondern ruft
einfach rein. Beides war sehr ungewohnt und irgendwie auch ein wenig unangenehm. Außerdem merkt man schon einen großen Unterschied zu unserem Unterricht. Wir sind weiter im Unterricht und er ist etwas anspruchsvoller. Trotzdem finden wir ihn in Deutschland besser, denn wir arbeiten mit mehr Aufgaben zum Thema. Da die Stunden hier
kürzer sind erklärt der Lehrer das Thema an der Tafel und viel muss zuhause gemacht werden.“

In Spanien war auch Jessika. Wie hat sie Land und Leute erlebt?

„Als wir angekommen sind ist und direkt aufgefallen, dass die Spanier sehr Kontaktfreudig sind. In der ersten Woche haben wir paar Unterschiede gemerkt z.B. : dass sie sehr familiär sind und oft bei Verwandten essen und dazu auch viel Fisch und Fleisch. In der Schule fiel auch gleich auf, dass die Schüler ihre Lehrer beim Vornamen nennen und die meisten kaum bis gar kein Englisch sprechen können.
Als wir am Anfang des Austausches das Dorf erkundet haben ist uns aufgefallen, dass die Spanier sich sehr gut um die Gräber der Familienangehörigen kümmern und es teilweise riesige Gräber
bzw. schon richtige Häuser gibt. Nach einiger Zeit sind Haylee, Enrico und ich auch in Weihnachtsstimmung gekommen und wir haben gemerkt das Weihnachten hier nicht so zelebriert wird wie bei uns mit riesigen Weihnachtsmärkten und Musik im Radio. Besonders an Ossa de
Montiel ist, dass sie eine Tradition haben wenn sie 18 werden. „K18“ , „K09“ , „K25“ als wir anfangs durchs Dorf gegangen sind ist uns ständig ein „K“ mit einer Zahl begegnet, erst dachten wir, dass es für eine Gang steht. Wir haben dann unsere Gastschwestern gefragt was es bedeutet
und sie haben uns erklärt, dass es eine „Kintos“ ist und, dass man wenn man 18 geworden ist eine Woche durchs Dorf geht, Geld sammelt für Alkohol und Essen und man in einem verlassenen Haus schläft. Zudem reißen sie die Vorhänge von den Häusern ab und nutzen diese als Decken. Vor paar Jahren ist bei so einer Kintos sogar mal ein Haus abgebrannt! Um das Graffiti was uns am Anfang aufgefallen ist einmal zu erklären : von Kintos kommt das „K“ und die Nummer steht für das Jahr wo du 18 geworden bist.“

Abwechslung von Schulalltag boten eine Menge Ausflüge, von denen Haylee berichtet:

„In der ersten Woche sind wir mit Enricos Gastmutter am 19.11. in die nächst größere Stadt, nach Albacete, am Nachmittag shoppen gefahren. Am darauf folgenden Tag hat Elena uns zu den Langunas de Ruidera gefahren und gezeigt. Am Sonntag den 23.11., sind wir drei mit unseren Gastfamilien in Matanero el Batanero Wandern gegangen, dort haben wir uns Wasserfälle und Bäche angesehen. Den 28.11. sind wir um 7.30 Uhr nach Madrid mit dem Reisebus gefahren, um mit der Metro zu
fahren und uns die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Am darauffolgenden Sonntag sind wir nochmal nach Madrid gefahren, um mit unseren Gastschwestern in den Warner Park zu gehen, dort sind wir Achterbahnen gefahren und haben zu Mittag gegessen. Darauf die Woche hatten wir ein verlängertes Wochenende, da in Spanien am 8.11. einen Feiertag ist. Jessika ist am 6.12. mit ihrer Gastfamilie nach Madrid, um einen Stadtrundgang zu machen und das Madrid-Spiel gegen Kelta anzuschauen. Enrico und ich sind am selben Tag nach Villa Real. Vom 6.12. auf den 7.12. haben wir in der Wohnung von meiner Gastfamilie übernachtet und uns die Stadt angeguckt. Am nächsten Tag, den 8.12., sind wir nach Valencia gefahren, um shoppen zu gehen. Abends gegen
22 Uhr waren wir wieder zurück. Am 16.12. haben wir einen Schulausflug nach Toledo gemacht, um die verschiedenen Gebetshäuser zu besuchen und in der Stadt zwei Stunden Freizeit gehabt, um zu essen und zu shoppen.“

Das klingt nach vielen aufregenden Erfahrungen und jeder Menge Spaß!

Schreibt einen Kommentar

Bitte nutzt eure Schulmailadresse. Diese setzt sich wie folgt zusammen: Vorname.Nachname@gbg-seelze.eu Achtet darauf, dass ihr den Namen verwendet, unter dem ihr bei IServ angemeldet seid. *