
„Der Hass ist so gut erlaubt als die Liebe, und ich hege ihn im vollsten Maße gegen die, welche verachten.“
Georg Büchner
Büchner war ein Hater. Aber er richtete seinen Hass ausschließlich gegen die Verachtung anderer Menschen. Wie sieht es also aus an unserer Schule, die seinen Namen trägt, z.B. mit der Verachtung gegenüber homosexuellen und nicht-binären Schüler*innen?
Lasst uns über Trans- , Queer- und Gayfeindlichkeit am GBG reden. Denn das müssen wir. Machen wir uns nichts vor, nicht nur in den sozialen Medien und den Programmen gewisser Parteien geht sie um, auch hier an unserer Schule. Sie sitzt in den Klassen und Kursen, zeigt ihr hässliches („hässlich“ kommt übrigens von „Hass“ und passt hier daher besonders gut) Gesicht aus Vorurteilen und Verachtung mal mehr, mal weniger offen gegen die, die einfach nur so sein wollen, wie sie sind. Sie unterwandert und vergiftet unsere Schulgemeinschaft mit ihrem menschenfeindlichen Gedankengut. Die traurige Wahrheit ist: Auch bei uns verbergen Menschen, von entwürdigenden Kommentaren, Blicken, Spott und Beleidigungen verängstigt und eingeschüchtert, ihre Identität und Persönlichkeit.
Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Identität ist wie ein Krebsgeschwür für den offenen, freiheitsliebenden und toleranten Geist dieser Schule, und wie ein Krebsgeschwür darf man sie nicht ignorieren, sondern muss so schnell wie möglich anfangen, dagegen anzukämpfen. Unsere Schulvereinbarung verpflichtet uns zu respektvollem Umgang miteinander und zum Verzicht auf Gewalt. Das ist gut, aber es genügt nicht. Es braucht eine weitere Verpflichtung zur aktiven Solidarität mit denen, die Anfeindungen ausgesetzt sind.

Und deshalb richtet sich der Schandbote nun an die Vielen, die sich eine offene, angstfreie und bunte Atmosphäre an dieser Schule wünschen :
Wir haben es in der Hand, ob diese Schule weiterhin dem Namen Büchners gerecht wird. Aber dafür wird es nun höchste Zeit, sich der Intoleranz mit der gleichen Entschlossenheit entgegenzustellen, mit der sie versucht, am GBG Fuß zu fassen. Und dafür reicht eine an die Wand gemalte Regenbogenflagge nicht. Es reicht nicht, selbst nicht zu verachten! Jede und jeder Einzelne, Lehrkräfte wie Lernende gleichermaßen, ist gefordert, verachtende Kommentare nicht schweigend hinzunehmen, sondern den Mund aufzumachen, zu widersprechen und den Betroffenen beizustehen. Das erfordert sicherlich Mut, das erfordert Kraft, das erfordert Geduld. Aber um es mit den Worten von Gandalf aus „Der Herr der Ringe“ zu sagen: „Wir müssen uns entscheiden zwischen dem richtigen Weg und dem leichten.“
Ich traue dieser tollen Schulgemeinschaft zu, sich gegen die LGBTQ+ – Verachtung zu wehren. Büchner hätte sie an dieser Schule nicht gewollt.
Sie ist hier unerwünscht.
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