Operation Mistelzweig

Zwischen Brombeerdornen und zu touchy Kühen – ein Heldenepos von Herrn Jess und Herrn Rexhahmetaj (based on a true story…)

Es war ein kalter, grauer Nachmittag, als JES. und REX. sich auf in die Leinemasch machten, um für das Winterfest am GBG Mistelzweige zu schneiden. Mit einer Astschere, einer neuen, beim letzten LIDL-Einkauf ergatterten Qualitätssäge und einer ordentlichen Portion Motivation marschierten sie, von Nässe und Kälte unbeeindruckt, in die ungezähmte Natur. Vor ihnen lag eine scheinbar einfache Aufgabe, doch was sie tatsächlich erwartete, hätten sie sich so nicht träumen lassen: eine epische Schlacht mit dornenbesetzten Brombeerzweigen und aufdringlichen Kühen.

Der erste Baum und die ersten Kratzer

Schon bald fanden unsere Helden einen geeigneten Baum. Diesen jedoch umrankte ein Wall aus dornenbesetzten Brombeeren, der bar jeder Machete durchquert werden musste. Als dies geschafft war, wartete schon die nächste Herausforderung. Misteln thronen bekanntlich weit oben in den Ästen. „Ich mach das schon“, verkündete Herr Jess übermütig und kletterte waghalsig voran. Von unten reichte Herr Rexhahmetaj die Astschere und versuchte, hilfreiche Anweisungen zu geben – was nicht immer so hilfreich war, wie er dachte. „Nicht runterfallen!“ rief er nach oben. „Oh, danke für den Rat, wenn ich dich nicht hätte!“ murmelte Herr Jess. Die Misteln zeigten sich von ihrer wehrhaften Seite. Jeder Ast, den sie schnitten, ließ Zweige um sich schlagen. Unter den Schuhen knackte bedrohlich das morsche und vom Regen rutschige Holz. Schnell war klar, dass die Naturelemente hier oben den Ton angaben, und Herr Jess war ihr Hauptziel.

Kühe am Horizont

Während die Mistelzweige Stück für Stück dem Gehölz abgerungen wurden, tauchte eine weitere Herausforderung auf: Kühe. Ganz in der Nähe grasten sie zuerst harmlos, doch langsam kamen sie näher. Sehr nah. „Die sehen uns an, als ob wir hier was Verbotenes tun“, scherzte unser Duo noch, aber irgendwann war der Spaß vorbei. Die größte der Kühe sah nicht nur interessiert aus – sie wirkte entschlossen, dem verdächtigen Treiben auf den Grund zu gehen. Alle Rufe, wedelnde Bewegungen und Herrn Jess Beteuerung, er sei Veganer, nützen nicht viel, die Paarhufer blieben für die Dauer der Mission eine ständige Bedrohung, zumindest für zwei Städter.

Mission erfüllt – unter Einsatz unseres Lebens

Nach etwa einer Stunde waren unter den wachsamen Augen der Kühe genug Mistelzweige gesammelt. Aber das hatte seinen Tribut gefordert: Die Hände waren zerkratzt, und vor allem Herr Jess sah aus, als hätte er eine Runde Wrestling gegen die peitschende Weide hinter sich. Aber es war geschafft! Mit ihrem „Schatz“ traten die Beiden den Rückzug an, während die Kühe ihnen weiterhin side eye gaben.

Alles umsonst?

Unsere Recken wähnten sich schon in Sicherheit, doch plötzlich rutschte ihnen das Herz in die zerschlissenen (ein Wort mit einem sehr wichtigen „l“ btw.) Hosen. Eine Patrouille des Grünflächenamtes nahte und nahm den etwas derangiert wirkenden Herrn Rexhahmetaj auf der Lichtung ins Visier, als er gerade mit Mistelzweigen in der Hand aus dem Unterholz kroch. Zwei zwielichtig gekleidete Typen, die sich in den Hecken herumtreiben, weckten offenbar das Misstrauen der Beamten, sie verlangsamten ihre Fahrt und beäugten misstrauisch die beiden Strauchdiebe. „Das ist Racial Profiling!“ grummelte Herr Rexhametaj. Zum Glück konnten die Parkranger offensichtlich nichts weiter Anrüchiges an dem Treiben unser Helden finden und setzen schließlich langsam ihre Fahrt fort und ließ die Beiden unbehelligt zurück.

Triumph auf dem Winterfest

Beim Winterfest am GBG fanden die Mistelzweige reißenden Absatz am Stand der 8f. Die Schüler*innen verkauften sie mit Begeisterung für den guten Zweck und REX. und JES. konnten sich insgeheim ein kleines bisschen stolz fühlen. Die Kratzer und der Einsatz ihres Lebens hatten sich gelohnt.

Die Moral der Geschichte? Misteln schneiden ist nichts für schwache Nerven. Aber am Ende bleibt uns nicht nur der Erfolg des Verkaufs, sondern auch die Erinnerung an ein kleines Abenteuer, das unsere Helden so schnell nicht vergessen werden.

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